Liebe Leser,

endlich! Nach langen Wochen der Pandemie-, Ukrainekriegs-, Klimaerwärmungs-, Inflations- und EU-Parlamentsbetrugsnachrichten sowie all dem anderen Wust die erste positive Botschaft auf der ersten Seite deutscher Tageszeitungen: Ein Deutscher ist bei den Wurfpfeilspiel-Weltmeisterschaften („Darts“) bis ins Halbfinale vorgedrungen! Juhuu!
Wer hätte gedacht, dass sich unsere Nation nach dem kläglichen Ausscheiden aus der diesjährigen Fußball Weltmeisterschaft im fernen Arabien so rasch wieder erheben und international ins Schwarze treffen könnte? Danke, Gabriel Clemens, danke für dieses Leuchtzeichen im beginnenden neuen Jahr. Wir leben also noch!
Und gehen wir davon aus, dass die Corona-Pandemie trotz nochmaligen Aufflackerns in seinem Ursprungsland hier bei uns als beendet angesehen werden darf. Wir wissen jetzt definitiv, dass man heutzutage einer viralen Pandemie weder mit Schließungen von Kindergärten, Schulen oder Betrieben, noch durch die Sperrung ganzer Länder oder Erdteile begegnen kann – ohne einen halbwegs wirksamen Impfstoff und ohne ein funktionales Programm zu dessen Anwendung gibt’s keinen Weg zurück in unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.
Hoffentlich, sag ich wieder, haben das auch die für unsere Amtsveterinäre verantwortlichen Behörden und die für sie zuständige Politik begriffen. Mit „stamping out“ begegnet man keiner Pandemie, weder in der Menschenwelt noch im Tierreich. Wenn’s keinen Impfstoff gibt, hilft nur Hygiene und die Geduld, abzuwarten und zu hoffen, dass sich die Seuche „totläuft“ – was sie gottlob zu allen Zeiten ja immer wieder gemacht hat.
Für unsere Fische, insbesondere gegen die VHS und die IHN, gibt’s noch keinen zugelassenen Impfstoff. Die staatliche „Fischseuchenschutzverordnung“, die, wie der Name eigentlich sagte, zum Schutz der Fische und der Fischhalter gedacht war, erwies sich als der große Fehlschlag, den Fachleute vorausgesagt haben. Weder wurden dadurch die internationalen Infektionsketten eingedämmt, noch genossen unsere Fischzüchter einen besonderen Schutz. Ganz im Gegenteil – von einer Deutschen Salmonidenproduktion, die sich vor 15 Jahren noch auf fast 40.000 t pro Jahr belief, sind noch gerade mal 7.000 t jährlich übrig geblieben. Ein einmaliger Einbruch, wie die internationale Fachpresse feststellt. Kein anderes europäisches Mitgliedsland hat solche Verluste aufzuweisen.
Unsere Behörden schweigen dazu. Sie schweigen auch, wenn wir sie darauf aufmerksam machen, dass mit unserer völlig verfehlten „Schutzpolitik“ ja nicht nur die türkische Regenbogenforelle zum europäischen Marktführer wurde, sondern die Aufzucht heimischer Satzfische wie Äschen, Bachforellen, Seeforellen, Huchen, aber auch der Elritzen, Rutten oder strömungsliebende Kleinfischarten erschwert bis verunmöglicht wurde. Die vom Bayerischen Fischereigesetz geforderte Hegepflicht kann nicht mehr, wie vorgeschrieben und früher üblich, mit Jungfischen aus den Regionen erfolgen, sondern unterbleibt oder wird – der Not gehorchend, nicht dem eig‘nen Triebe – mit zum Teil von irgendwoher zugekauftem Material geleistet.
Wohin uns das im Verein mit den irrwitzigen Schutzmaßnahmen zu Gunsten von hier früher nie heimischen Raubvögeln geführt hat, sieht und erkennt jeder Opa und jede Jungfischerin, die seit vielen Jahrzehnten oder zum ersten Mal ihre Angel auswerfen und einen heimischen Fisch fangen wollen: Es gibt vielerorts nicht einmal mehr Aitel, Nasen oder Barben zu sehen. Das Mädchen und sein geliebter Opa müssen „schneider“ heimgehen, wie’s so unschön heißt: beide keine stolzen Beuteheimträger mehr, stattdessen „Fischer, Fischer, Nixerwischer!“
Angler, Berufsfischer und Teichwirte müssen sich besser zusammentun, wenn sie etwas für ihr Metier erreichen wollen. Vor allem müssen wir uns den Landbewohnern besser erklären und ihnen begreiflich machen, dass die Fischerei keine moderne Freizeitbeschäftigung wie das Standup-Gepaddel, das Rennradl-Fahren oder das Sich-öffentlich-Ankleben ist, sondern so alt wie die Menschheit.
Und wir sind fest entschlossen mit unseren Fischen bis ganz zuletzt dazubleiben!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Peter Wißmath