Liebe Leser,

im Moment braucht der Mensch nicht immer noch mehr Gebote und Verbote, sondern Hoffnung. Je näher es uns ans „Eingemachte“ geht, desto sinnloser scheinen Verwaltungsvorschriften.
Wenn nur noch eine einzige „staatstragende“ Partei übriggeblieben ist, dann habe die immer recht, hieß es schon öfters. Man sang dieses Lied nicht nur schon vor ein paar tausend Jahren, sondern auch neulich wieder – Hitler, Ceaușescu und Honecker; dann Kim Jong-un, Xi Jinping und Wladimir Wladimirowitsch Putin. Auch Donald Trump hatte neulich dieses Lied auf den Lippen seines Kindermündchens, als er wollte, dass seine Spezln das Capitol besetzten.
In Zeiten wie diesen ist es billig, sich über Fehler, Versehen und Versäumnisse des Staates zu erheben. „Der Staat“, das sind nicht die anderen – das sind immer noch wir. Wir alle miteinander wissen, dass es jetzt um Leben und Tod, um Existenz oder Nichtexistenz geht und dass wir alle zusammen nicht die Zeit haben, die notwendig wäre, klar zu erkennen, welchen Weg diese Pandemie noch nimmt. Aber wir tun gewiss alles, was wir können, um Schäden zu vermeiden oder zu vermindern.
Wir leben hier in der BRD nicht in einer Diktatur, sondern in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zu der gehört, dass wir uns nicht immer und überall einig sind. Es wird deshalb immer wieder mal Streit geben. In einer Demokratie wie der unseren kämpfen wir aber nicht gegeneinander, sondern wir streiten miteinander. Wir haben dabei nicht den Sieg über Andersdenkende vor Augen, sondern wünschen uns nichts sehnlicher als den Sieg der Vernunft, den wir am Ende miteinander teilen können.
Schwierige Zeiten wie diese sind Hochzeiten für die Medien. Sie rühren mit Wollust in unserem Unglück und streuen, wo nur irgend möglich, grobes Salz in die Wunden, damit diese weit klaffen und möglichst lange offen bleiben. Sie treiben uns gegeneinander, sie stacheln uns an und wünschen sich nichts sehnlicher, als dass der Weltuntergang immer wieder nur ganz kurz bevorstünde. Die einzig positiven Zeichen, die wir im Fernsehen noch erkennen können, finden sich momentan in den Werbepausen: Kichimea! Voltaren! Faber! Media Markt! Dulcolax! Ganz nach Deinem Bedarf!
Wie schön, dass es neben diesem grausig lauten, öffentlich-digitalen Geschrei doch noch die leiseren, analogen Töne gibt. Heimat ist stets dort, wo man sich auskennt; wo nicht nur abgepackte Billigwaren stumm in der Tiefkühltheke lagern, sondern wo man Dir mit einem freundlichen Lächeln etwas erklären kann wenn Du danach fragst, und wo das Bedauern, wenn Du auf etwas verzichten musst, nicht gespielt, sondern ehrlich ist.
Die Hofläden der bayerischen Fischerei haben in diesen schweren Zeiten uns alle nicht nur mit frischem, gesundem und heimischem Fisch versorgt, sondern uns dabei von der Zeit, dem guten Mut und von dem Verständnis abgegeben, das nicht nur wir Fischer & Teichwirte, sondern alle Menschen füreinander haben können und haben müssen, wenn sie gemeinsam in der Patsche stecken: http://www.fisch-hofladenverzeichnis.de. Wer zur Teichwirtschaft, zum Seenfischer und in den Fischladen kommt, der holt sich dort nicht bloß ein sonntägliches Mittag- oder Abendessen. Man wird dort mitsamt seinem Ehepartner, seinen Kindern oder seinen Freunden nicht nur begrüßt und wieder verabschiedet, sondern fühlt sich in der Zeit dort ernst genommen, gleichberechtigt und liebenswürdig.
Du bekommst dort das, was wir in Zeiten wie diesen ganz besonders brauchen: Zuwendung und Verständnis. Das ist so wertvoll wie Essen und Trinken. Ohne Zuwendung und Verständnis werden wir krank. Darum helft alle mit, unsere Binnenfischerei zu erhalten! Sie ist in der heutigen Zeit so wertvoll wie nie!

Ihr
Dr. Peter Wißmath