Liebe Leser,

jetzt ist die Katz‘ aus dem Sack!
Die Weltbevölkerung weiß angesichts der Corona-Krise nicht, ob und wie es mit ihren Gesellschaften künftig weitergeht. Millionen und Abermillionen unserer Mitmenschen sind arbeitslos geworden oder haben wohl für immer ihre wirtschaftlichen Existenzen verloren. Die Staaten der Welt pumpen Billionen an Steuergeldern in die siechende Wirtschaft, um ihr das Leben zu retten. Frau von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, schüttelt telegen ihre blondierte Mähne und erklärt uns auf Englisch, dass wir in Krisenzeiten wie diesen zusammenhalten und versuchen müssten, gemeinsam das zu retten, was noch zu retten ist. Man sollte meinen, das berührte alle, und alle fühlten sich dazu aufgerufen, mitzutun.
Das sehen die Beamten der „Europäischen Union“, die sich hinter Frau von der Leyen ducken, aber ganz, ganz anders. Zur „Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Vorschriften für die Prävention und Bekämpfung bestimmter gelisteter Seuchen“ wurde eine „Delegierte Verordnung (EU) 2020/687 der Kommission vom 17. Dezember 2019“ erlassen, die am 21. April 2021 in Kraft treten wird. Diese „Delegierte VO“ ist gute 80 Seiten lang und behandelt alle Tierarten, die es bei uns als Nutztiere gibt. Natürlich auch die Fische.
Wer je mit dabei war und erlebt hat, wie sich die traditionellen Binnenfischer Europas verzweifelt gegen die Idiotie gewehrt haben, in Seen, Flüssen und damit verbundenen Teichwirtschaften „Produktionsstätten“ zu sehen, die wie eine Fabrikhalle, ein Rindvieh- oder ein Saustall abzusperren seien und wo nicht Millionen und Abermillionen von Individuen herumschwimmen, sondern meist nie mehr als höchstens ein paar hundert Tiere herumstehen, ist fassungslos.
Offenbar waren die für die VO verantwortlichen Beamten noch nie am Wasser, sondern immer nur im warmen Stübchen und haben sich, ungestört von Wellen, Wetter und Wind, teuer bezahlte Gedanken darüber gemacht, wie man Fische mitten in ihrem Umfeld doch so an die Kette legen könnte, dass sie sich als einträgliche Geschäftsgrundlage eines hypertrophen Verwaltungsapparates einspannen ließen. Das Corona-Virus ist ein neuartiger Erreger, der in unserer globalen Welt innerhalb weniger Wochen pandemisch wurde, der menschenpathogen ist und zum Tode führen kann. VHS und IHN sind nicht neu, nicht menschenpathogen und verursachen, ohne staatliche Wichtigmacherei, keine wirtschaftlichen Schäden, die nicht ohne weiteres aus eigener Kraft überwunden werden könnten. Erst widersinnige staatliche „Lenkungen“ haben die besagten, seit mehr als 50 Jahren in ganz Europa unausrottbar etablierten Fisch-Virosen zu einem ruinösen Faktor gemacht. Nicht die Virosen bedrohen unsere Fischzuchten, sondern die ebenso wirkungslosen wie schädlichen staatlichen Maßnahmen, die nach wie vor von fischereilichen Laien ersonnen und umgesetzt werden.
Das können und werden wir Fischer und Teichwirte uns nicht länger bieten lassen. Wir werden von der Politik zwar neuerdings gefragt, wo uns der Schuh drückt; wir geben Auskunft und erklären, warum die deutsche Teichwirtschaft nicht auf dem aufsteigenden, sondern im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf einem massiv absteigenden Ast sitzt. Man verspricht, uns besser zu behandeln als bisher – und jetzt das!
Wir erwarten, dass die Politik der Bundesrepublik und die Bayerns (als dem am weitaus stärksten betroffenen Bundesland!) hier Machtworte sprechen. Die deutsche und die bayerische Fischerei findet immer noch draußen in der Natur statt und hat den Naturgesetzen zu folgen, nicht den obskuren Vorstellungen eines fehlsichtigen Amtsschimmels!
Ihr
Dr. Peter Wißmath