Liebe Leser,

seit Mai diesen Jahres hat die Corona-Pandemie hierzulande, aber auch in Europa, die Fahrtrichtung gewechselt. Es geht nicht mehr immer noch tiefer hinein in dunkle Befalls- und Ausfallzahlen, sondern wir kehren zurück ans Licht. Die Impfstoffe wirken und sind, jedenfalls hier bei uns, endlich in ausreichenden Mengen vorhanden; die staatlichen Impfzentren, die Hausärzte und bald auch die Betriebsärzte impfen auf Teufel komm raus. Begriffe wie „Inzidenz“, „7-Tage-Mittelwerte“ und „Lockdown“ werden erst aus der Tagespresse und dann aus unserem Sinn verschwinden; es wird zwischen der Corona-Virose und einer „normalen“ Grippe keinen Unterschied mehr geben. Vielleicht, dass wir nicht nur doppelt geimpft werden, sondern uns noch ein drittes Mal pieksen lassen müssen – aber dann sollte es überstanden sein.
Natürlich wird es im Gefolge der Pandemie an den menschlichen Gesellschaften Schäden geben, die uns zunächst bleiben, die wir gemeinsam zu ertragen haben und, wo möglich, heilen müssen. Es sind über 80.000 unserer Mitbürger an der Seuche gestorben – 60 Prozent davon in Pflegeheimen. Es waren diese alten Menschen, die sich ein Leben lang mit daran abgeschafft hatten, uns nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Heimat und ein intaktes Familienleben zu schaffen. Sie mussten uns vor der Zeit verlassen, und wir durften ihnen dabei nicht einmal die Hand halten. Wir trauern ganz besonders um alle Großeltern, die wir in ihrer letzten Stunde nicht fürsorglich begleiten durften.
Liebe Leser, seid doch so gut und haltet an dieser Stelle einen Moment inne. Denkt an alle, die uns so einsam vor der Zeit verlassen mussten, und behaltet sie in guter Erinnerung!
Wir müssen und wir werden die Gedanken, die Wünsche und die Hoffnungen unserer Vorfahren unter dem Zeichen des Fisches weitertragen und alles versuchen, um ihren Werken gerecht zu werden.
Das sind wir ihnen schuldig, und darum werden wir uns bemühen. Das verspreche ich aufrichtig im Namen aller bayerischen Fischer und Teichwirte.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Peter Wißmath