Liebe Leser,

"seit einem ganzen Jahr versuchen besorgte Politiker nun schon, im Schulterschluss mit dem Robert-Koch-Institut (einer Bundesbehörde) und den Gesundheitsämtern der Länder, die Corona-Pandemie hier bei uns in kontrollierbaren Grenzen zu halten. Alle haben wir einsehen müssen, dass ohne wirksamen Impfstoff aus einem Schlamassel wie diesem nicht herauszukommen ist.
Natürlich haben wir in diesem Pandemie-Jahr nicht alles richtig gemacht, hierzulande nicht und auch nicht in den anderen Ländern der EU oder in Übersee. Aber niemand, der halbwegs bei Verstand ist, wird den verantwortlichen Politikern oder den Gesundheitsbehörden einen Strick daraus drehen – zu neu, zu gewaltig und zu schnell ist dieses Virus über uns alle hergefallen. Wir konnten nicht agieren, sondern immer wieder nur reagieren.
Jetzt steht überraschend schnell ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung. Was haben uns die verbeamteten ebenso wie die selbsternannten Virologen zu Beginn der Pandemie noch Angst gemacht, ob’s so ein Mittel denn überhaupt geben und wenn, wie
viele Jahre seine Entwicklung doch dauern würde! Sie haben, gottlob, die Leistungsfähigkeit der internationalen Pharmazie gründlich unterschätzt. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten wird sich der Impfzirkus noch viel schneller drehen, wie die ebengenannten „Fachleute“ sich das vorstellen konnten.
Ich bitte Euch, liebe Fischer und Teichwirte: Habt Vertrauen und lasst Euch nach Möglichkeit und so rasch es irgend geht impfen – Euch und Euren Mitmenschen zuliebe!
Glücklicherweise hat das Corona-Virus, trotz der vielen staatlichen Weisungen, Verbote und Vorschriften, die bayerische Fischerei weder direkt noch indirekt in echte Existenznot gebracht. Die meisten Berufsfischer und Forellenteichwirtschaften haben einen Direktverkauf und sind unter www.fisch-hofladenverzeichnis.de regional aufgelistet. Ein echter Renner! Leider hat die Karpfenteichwirtschaft, saisonbedingt, nicht viele solcher Verkaufsstellen und ist deshalb wesentlich stärker auf die Gastronomie angewiesen. Im Einzelfall können Betroffene aber Anträge auf Überbrückungshilfen stellen (Dr. R. Reiter: „Aktuelle Informationen für Teichwirte, die von Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie betroffen sind“; F&T 01/2021, S. 3).
Hoffen wir, dass nicht nur die Amtsärzte, sondern auch die Amtstierärzte aus dieser Pandemie lernen. Die Erreger der KHV, der VHS und der IHN treten nicht punktförmig auf, wie die Laien unter ihnen irrigerweise immer noch annehmen, sondern sind seit gut 50 Jahren zu handfesten Pandemien geworden, die in allen namhaften Oberflächengewässern Bayerns und Europas daheim sind. Die Keime sind in Bayern nicht dadurch auszumerzen, dass man alle empfänglichen Wirtsfische mitsamt ihren Erzeugern umbringt – die Keime werden gleichwohl in den Gewässern vorhanden bleiben, vom Königssee bis hinunter in den Arbersee (wenn’s in dem wieder Fische gibt).
Wenn wir die Corona-Krise demnächst überstanden haben werden, sollte auch der Dümmste begriffen haben, dass man einer Pandemie nicht mit Keulungen und Sperrungen begegnen kann. Man kann sie damit allenfalls ein bisschen verlangsamen, bis ein Impfstoff entwickelt ist oder sich eine „Herdenimmunität“ von selbst ausgebildet hat. Was bringt man unseren Amtsveterinären eigentlich bei, wenn man sie für ihren Dienst ausbildet? Und welche Ziele sollen sie verfolgen? Den Schutz unserer Fischerei? Oder deren Keulung?

Ihr
Dr. Peter Wißmath